Drohne bei der Kitzrettung über einer Wiese

Wenn in den frühen Morgenstunden die meisten Menschen noch schlafen, beginnt für das Drohnenteam des Hegerings Menden die Arbeit.

Vor der Mahd suchen die Helfer landwirtschaftliche Flächen mit einer Wärmebilddrohne nach Rehkitzen ab. Gerade in den ersten Lebenswochen drücken sich die jungen Tiere bei Gefahr instinktiv ins hohe Gras und flüchten nicht. Für den Fahrer einer Mähmaschine sind sie deshalb nahezu unsichtbar.

Die Wärmebildkamera der Drohne macht die Körperwärme der Tiere aus der Luft sichtbar. Wird ein Kitz entdeckt, wird es von den Helfern vorsichtig gesichert und erst nach Abschluss der Mahd wieder freigelassen.

Die Einsätze finden möglichst früh am Morgen statt, weil die Temperaturunterschiede zwischen den Tieren und ihrer Umgebung dann am deutlichsten erkennbar sind.

Verantwortlich für die Kitzrettung beim Hegering Menden ist Kilian Brintrup. Entscheidend für erfolgreiche Einsätze ist die enge Zusammenarbeit zwischen Landwirten, Jagdausübungsberechtigten und dem Drohnenteam.

Die Jägerschaft übernimmt diese Aufgabe ehrenamtlich und stellt damit eine wichtige Unterstützung für die Landwirtschaft und den praktischen Tierschutz zur Verfügung. Aus tierschutzrechtlicher Sicht müssen vor der Mahd geeignete Maßnahmen getroffen werden, um vermeidbare Verletzungen oder den Tod von Wildtieren zu verhindern.

Die moderne Drohnentechnik macht die Suche deutlich effizienter. Gleichzeitig bleibt der Einsatz personalintensiv: Neben dem Drohnenpiloten werden Helfer auf der Fläche benötigt, um gefundene Kitze sicher zu bergen.

Damit die Einsätze organisiert werden können, sollten bevorstehende Mäharbeiten möglichst frühzeitig, idealerweise bereits am Vorabend, gemeldet werden.